
Ein Instrument lernen – Skills für die Ewigkeit
An der KZI können elf Instrumente gelernt werden: Vom Allzeitklassiker Klavier über das exotische Saxophon bis hin zum Sologesang ist alles dabei. Viele derjenigen, die eine Musikausbildung geniessen, haben bereits vor dem Gymnasium mit dem Instrument begonnen, andere entdecken die Leidenschaft für ein neues Instrument hier oder aber durch die Entscheidung für das Wahlfach Musik. Die Freude am Musizieren soll dabei im Vordergrund stehen! Die intrinsische Motivation, d. h. etwas aus echtem eigenem Interesse und innerem Antrieb zu tun, ist für die Effektivität des Instrumentallernens von grosser Bedeutung. Wer von aussen gedrängt wird, keine Wahl hat oder es nur tut, um eine Belohnung oder Anerkennung zu erhalten, wird längerfristig weniger erfolgreich und weniger lange ein Instrument lernen und spielen. Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen haben nebst den Eltern und den Peers die Instrumentallehrpersonen einen grossen Einfluss auf die Motivation von Schülerinnen und Schülern beim Erlernen eines Instruments, besonders im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Je mehr Unterstützung die Lehrpersonen auch für das Üben zu Hause geben, desto motivierter sind die Schülerinnen und Schüler. Selbstständig Stücke zu wählen, motiviert ebenfalls zusätzlich.
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Ein Instrument zu beherrschen ist einfach cool!
«Ein Instrument zu beherrschen ist einfach cool!»
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Ein Stück Ton in Form einer Blüte inszeniert sich als entschwindendes Objekt in einer neuen Bildwelt.
Die 16 professionell ausgebildeten Instrumentallehrpersonen der KZI bestätigen ihre wichtige Rolle als Motivationsspritze in entscheidenden Momenten. Simon Engel, Saxophonlehrperson an der KZI, versucht seinen Lernenden so viele Auftrittsmöglichkeiten wie möglich zu geben: «Besonders schön ist immer, wenn verschiedene Instrumente zusammen auftreten.» Er meint auch, dass die Motivation oft mit der Anzahl Übungsstunden zusammenhängt. Ein konkretes Ziel, wie z. B. ein Konzert, kann den Übungsdrang verstärken – mehr Üben führt seiner Ansicht nach zu mehr Erfolg und Freude.
Vor der grossen Freude kommt der schwierige Anfang. In einer ersten Lektion wird individuell auf die Schülerin oder den Schüler eingegangen. Erlernt jemand die Kunst des Gitarrenspielens, so werden in einem persönlichen Gespräch eine Standortbestimmung gemacht und Fragen zu persönlichen Interessen, zur Wahl des Instruments sowie zum Musikgeschmack geklärt. Anschliessend werden grundlegende Techniken (wie man eine Gitarre hält, wie man Saiten anschlägt, wie man das Instrument stimmt) vermittelt, bevor ein erstes Stück gewählt und gemeinsam angeschaut werden kann. Nach einem Jahr Gitarrenunterricht kann dies bereits so klingen – es darf gestaunt und weiterhin insgeheim ans versteckte Musiktalent geglaubt werden.

Mit mehreren Bildebenen werden im Programm Photoshop verschiedene Bildwelten kombiniert.
Das Erlernen eines Instruments verläuft keinesfalls linear und ist von vielen Faktoren abhängig. Die Instrumentenpassung, ein geeigneter Übungsplatz mit allen nötigen Zusatzmaterialien wie Notenständer, Stimmgerät etc. sowie eine tägliche Routine aus kurzen Übungseinheiten (10 bis 30 Minuten) haben einen grossen Einfluss auf das effektive Lernen eines Instruments. 1:1-Instrumentalunterricht bei Profis ist Onlinekursen oder Apps immer vorzuziehen, will man ein Instrument längerfristig beherrschen. Puh – Glück gehabt, ihr lieben Instrumentallehrpersonen!
Denn Musiklernende schätzen besonders das direkte Feedback im Instrumentalunterricht. Der individualisierte Unterricht erlaubt es ihnen, sich im Moment selbst zu reflektieren und umgehend an einem konkreten Punkt zu verbessern. Zeitnahe, ehrliche, explizite und konstruktive Rückmeldungen tragen nicht nur zu einem angenehmen Unterrichtsklima bei, sondern helfen auch, die Lernkurve steiler ansteigen zu lassen. Aus Sicht der Lehrpersonen bedeutet dieser Lernansatz Effizienz pur, da alles direkt ankommt und Missverständnisse verhindert werden können. Allerdings sei es auch wichtig, auf die Wortwahl und den Ton zu achten, da oft negative Worte stärker gewichtet werden als das vorangegangene Lob – so Instrumentallehrerin Ai Furuya. Was ihr direktes Feedback über drei Jahre im Klavierunterricht bereits bewirken konnte, zeigt dieses Sample hier:
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das regelmässige Üben beim Erlernen des Instruments eine der grössten Hürden ist. Nebst Hausaufgaben, Prüfungen, Sport und dem sozialen Leben jeden Tag Zeit zu finden, ist schwierig. Damit die eingeplante Übungszeit nicht für das Lernen auf Prüfungen geopfert werden muss, können Prüfungs- und Übungspläne helfen. Zudem haben Musikschülerinnen und Musikschüler der KZI eigene Strategien entwickelt, die sie beim Üben unterstützen und dranbleiben lassen:
- «YouTube hilft mir sehr, weil ich mir dann die Stücke anhören kann und es dann viel besser geht, sie zu spielen.» (Saxophon)
- «Beim Üben hilft es mir sehr, das Originalstück zu hören und dann in kleinen Portionen zu üben.» (Klavier)
- «Auf jeden Fall stückweise üben und nicht direkt das ganze Stück. Ausserdem hilft es, wenn du regelmässig übst und evtl. ein Metronom hast, das dir den Takt vorgibt.» (Klavier)
Egal mit welcher Taktik und mit wie grossem Zeitaufwand man seine Musikträume verfolgt, Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall: «Man lernt für sich persönlich so viel, es macht einfach Spass», so Melanie Weiss, Chorleiterin der KZI.
Ein Instrument zu spielen, heisst keinesfalls, sich nur noch alleine durch die (Musik-)Welt zu bewegen. Nebst dem Instrumentalunterricht bei der Fachlehrperson und dem selbstständigen Üben zu Hause gibt es durchaus Momente, in denen Gruppenunterricht Sinn ergibt. So beispielsweise bei Rhythmusübungen, allgemeiner Klavier- und Notenkunde oder auch beim gegenseitigen Vorspielen. Weniger sinnvoll ist Gruppenunterricht hingegen, wenn eine Schülerin oder ein Schüler gerade intensiv an einem Stück arbeitet. Das Gruppenerlebnis ist für Musikerinnen und Musiker, egal auf welchem Niveau, durchs Band ein absolutes Highlight. Konzerte, Proben oder Aufführungen des Chors sind Momente, in denen ganz klar das Miteinander im Vordergrund steht und man gemeinsam an einem Projekt wachsen kann. Wie speziell mehrstimmiges Singen ist, wo alle eine andere Aufgabe haben, dies jedoch im Grossen und Ganzen zusammenpasst und wahrlich Hühnerhaut erzeugt – davon können alle Singbegeisterten ein Lied singen.
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In der Musik gibt es kein ‹Richtig› oder ‹Falsch›. Wenn jemand ein Stück fehlerfrei, aber ohne Ausdruck spielt, klingt es für mich eher nach Lärm als nach Musik. Wenn dagegen jemand mit viel Emotion, Dynamik oder Agogik spielt – auch wenn es vielleicht nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht –, dann hat diese Person eine eigene Interpretation gefunden und teilt ihre musikalische Welt mit mir. Das schätze ich sehr.
«In der Musik gibt es kein ‹richtig› oder ‹falsch›. Wenn jemand ein Stück fehlerfrei, aber ohne Ausdruck spielt, klingt es für mich eher nach Lärm als nach Musik. Wenn dagegen jemand mit viel Emotion, Dynamik oder Agogik spielt – auch wenn es vielleicht nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht –, dann hat diese Person eine eigene Interpretation gefunden und teilt ihre musikalische Welt mit mir. Das schätze ich sehr.»
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Die Aufgabenstellung lehnt sich an die Doppelbelichtungs-Fotoserien «Blumen» des Zürcher Künstlerduos Fischli/Weiss an.










