Was wir unserem Erstklässler-Ich gerne gesagt hätten

Die Matura ist geschafft, die Prüfungen sind vorbei – und plötzlich liegen sechs oder vier Jahre Gymnasium hinter einem. Jahre voller Prüfungen, Hausaufgaben, Stress – aber auch schöner Erlebnisse und Freundschaften. Wer diesen Weg gerade beendet hat, weiss heute vieles, was am Anfang noch unklar war. Genau deshalb habe ich andere frischgebackene Maturandinnen und Maturanden gefragt, was sie ihrem Erstklässler-Ich heute sagen würden. Denn für eine erfolgreiche Gymnasialzeit braucht es nicht nur gute Noten, sondern auch Geduld, Organisation, Durchhaltevermögen – und manchmal einfach etwas Gelassenheit.

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1. Geniesst die Zeit – sie vergeht schneller, als ihr denkt

Wer mitten im Prüfungsstress steckt, kann sich das kaum vorstellen. Trotzdem sagten fast alle, dass sie heute vor allem eines anders machen würden: sich öfter bewusst zu machen, dass das Gymnasium nicht ewig dauert.

«S Wichtigste für mich isch glaub gsi, immer wieder sich dra z erinnere, dass mer nöd für immer im Gymi isch und dass mer s gnüsse muess, während mer no det isch.»
– Vincent (Klasse 6a)

Zwischen all den Lernphasen, Vorträgen und Prüfungen entstehen Freundschaften, lustige Klassenlager und Erinnerungen, die man noch lange nach der Matura mit sich trägt. Genau deshalb lohnt es sich, auch die kleinen Momente zwischen den vielen Prüfungen zu geniessen.

«Das isch die besti Zit vo dim Läbe, au wenn's momentan nöd immer so würkt.»
– Basti (Klasse 6b)

2. Nicht jede Prüfung ist entscheidend

Gerade in den ersten Jahren fühlt sich jede schlechte Note wie eine Katastrophe an. Rückblickend sehen das viele aber ganz anders. Niemand kann in jedem Fach Höchstleistungen bringen – und das Wichtigste: Es muss auch nicht so sein.

«Mer muess bim Lerne priorisiere und akzeptiere, dass mer nöd immer überall 100 % cha gäh – und das isch au okay.»
– Noemi (Klasse 6a)

Statt sich von jeder kleinen Prüfung aus der Ruhe bringen zu lassen, lohnt es sich, die Energie gezielt einzusetzen. Natürlich sollte man regelmässig arbeiten, doch man sollte auch nicht vergessen, dass nicht jede Note gleich entscheidend ist.

«Nöd jedi chlini Voci-Prüefig entscheidet über dini Zuekunft. Defür söll mer bi de wichtige Sache abliefere.»
– Basti (Klasse 6b)

Man soll aber trotzdem konstant dranbleiben und seine Leistung gezielt einsetzen. Die Vornoten sind nicht zu unterschätzen. Wer während der Schulzeit investiert, startet deutlich entspannter in die Maturitätsprüfungen.

«Konzentrier di uf dini Vornote, denn isch d Matur eigentlich gar nöd so deep.»
– Elias (Klasse 6a)

3. Lernen ist einfacher, wenn man früh beginnt

Fast schon ein Klassiker – und trotzdem wahrscheinlich der wichtigste Rat.

«Nöd am Tag vorher afange lerne!»
– Sprihaa (Klasse 6a)

Natürlich lässt sich nicht jede Prüfung wochenlang vorbereiten. Dennoch waren sich viele einig, dass regelmässiges Arbeiten langfristig viel Stress erspart.

Es ist halt so, dass Nachtschichten und kurzfristige Lerneinheiten zum normalen Schulalltag gehören. Doch auch da sollte man den Kopf nicht hängen lassen, denn:

«S Wichtigste isch, ob du afangsch z lerne – und nöd, wenn.»
– Max (Klasse 6a)

Macht also diese Nachtschicht, schaut das Video auf Studyflix. Es wird euch nur helfen.

Wichtig ist aber, dass es nicht zur Gewohnheit wird.

4. Euer zukünftiges Ich wird euch dankbar sein

Während der dritten oder vierten Klasse denkt wahrscheinlich niemand an die Matura. Genau deshalb bereuen viele rückblickend, dass sie ihre Unterlagen nicht sorgfältiger aufbewahrt haben.

«Ab de Dritte alli Zemmefassige bhalte und sich Müeh geh – denn hesch für d Matur viel weniger z tue.»
– Sprihaa (Klasse 6a)

Auch die Prüfungskorrekturen sind wertvoller, als sie im ersten Moment erscheinen. Viele hören zwar zu, schreiben die richtigen Lösungen aber nicht auf. Dabei sind die Prüfungen im regulären Unterricht schon ein kleiner «Teaser» für die kommende Matura.

«Bi de Prüefigskorrekture aktiv di richtige Antworte mitschriibe.»
– Ebenfalls Sprihaa

Ein ordentliches System mit Zusammenfassungen und Prüfungskorrekturen kostet während des Semesters vielleicht ein paar Minuten – kann einem vor der Matura aber viele Stunden Arbeit ersparen.

5. Bleibt offen und habt keine Angst vor Neuem

Im Gymnasium begegnet man ständig neuen Fächern und Themen. Manches versteht man sofort, anderes braucht vielleicht viel Zeit und Geduld. In solchen Situationen lohnt es sich, nicht aufzugeben. Es wird vielleicht ein steiniger Weg, aber umso grösser ist dann die Freude, wenn man am Ziel angekommen ist.

«Immer offe blibe für neui Theme und sich nöd scho im Vorus irede, dass mer s eh nöd checkt.»
– Vincent (Klasse 6a)

Oft scheitert man nicht am Stoff selbst, sondern daran, dass man sich gar nicht erst zutraut, ihn zu verstehen. Ein positives Mindset ist das Wichtigste.

6. Ihr müsst das Gymi nicht allein schaffen

Viele denken, Lernen sei etwas, das man allein erledigen müsse. Stundenlang sitzt man am Pult und versucht, den Stoff irgendwie zu verstehen. Dabei können gerade Mitschülerinnen und Mitschüler eine grosse Hilfe sein.

«Suech der en Lernbuddy, wo dini Stärche ergänzt. Mir (Noemi und Alessia) händ eus zum Bispiel bi Mathe und Gschicht gegesitig unterstützt.»
– Noemi (Klasse 6a)

Jemand, der ein Thema wirklich verstanden hat, kann einem oft Dinge erklären, die im Unterricht noch unklar geblieben sind. Umgekehrt kann man seine eigenen Stärken weitergeben.

Auch ältere Jahrgänge sind häufig eine wertvolle Unterstützung. Ob Zusammenfassungen, Tipps für die Maturitätsarbeit oder Erfahrungen mit Lehrpersonen – Fragen kostet nichts, und die meisten helfen gerne weiter. Also zögert nicht und kontaktiert uns :)

7. Schule ist wichtig – aber nicht alles

Last but not least: So wichtig gute Noten auch sind, das Gymnasium sollte nicht das Einzige sein, das Platz im Alltag hat. Wer sich ausschliesslich über die Schule definiert, verliert oft Motivation und Freude.

«Es git strengi Ziite und mer brucht viel Geduld und Durchhaltevermöge. Aber miteme guete Usglich nebed de Schuel und Spass mit Kolleginne und Kollege lohnt sich de Kampf.»
– Mara-Lia (Klasse 6c)

Auch Mona (Klasse 6c) betont: «Es isch wichtig, dass mer en Usgliich zur Schuel hät. Schuel isch wichtig, aber nöd alles.»

Ob Sport, Musik, Familie oder Freunde – ein Ausgleich hilft nicht nur gegen Stress, sondern sorgt oft auch dafür, dass man danach wieder konzentrierter lernen kann. Fühlt euch nicht schuldig, wenn ihr mal eine kurze Auszeit braucht. Geniesst es, denn auch euer Gehirn benötigt Verschnaufpausen.

Irgendwann schreibt ihr eure letzte Prüfung, verlasst zum letzten Mal das Schulzimmer und merkt plötzlich: Die bevorstehenden Jahre, die am ersten Schultag unendlich lang schienen, sind vorbei. Wahrscheinlich werdet ihr euch dann nicht an jede Formel oder jede Jahreszahl erinnern. Aber ganz bestimmt an die Menschen, mit denen ihr gelacht habt, an die schlaflosen Nächte vor Prüfungen, an gemeinsame Erfolge und an all die kleinen Momente dazwischen.

Vielleicht helfen euch einige dieser Tipps auf eurem eigenen Weg durchs Gymnasium.

Den Rest werdet ihr – genau wie wir – selbst erleben …

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